Analyse der Sterbefallzahlen in Bayern: Covid-19 und andere Faktoren

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Das Bayerische Landesamt für Statistik hat bei einem Pressebriefing Einblicke in die Sterbefallzahlen in Bayern zwischen Januar 2020 und Juli 2023 gegeben. Besonders das Jahr 2022 wurde analysiert, in dem höhere Sterbefallzahlen im Vergleich zu den Vorjahren verzeichnet wurden. Dieser Anstieg wurde durch Grippeepidemien verstärkt. Covid-19 spielte zwar eine Rolle, war aber nicht die Haupttodesursache. Stattdessen waren vor allem Erkrankungen der Atemwege, Grippe und Lungenentzündungen häufig. Die häufigsten Todesursachen waren Herzkrankheiten, Demenz und Covid-19. Die Daten zeigen, wie verschiedene Faktoren, einschließlich der Pandemie, die Sterbefallzahlen beeinflusst haben.

Mittwoch, 20. September 2023

Im Rahmen eines Online-Pressebriefings am 20. September 2023 hat das Bayerische Landesamt für Statistik Einblicke in die Entwicklung der Sterbefallzahlen im Freistaat Bayern zwischen Januar 2020 und Juli 2023 präsentiert. Besonderes Augenmerk wurde auf das Jahr 2022 gelegt, für das auch die Ergebnisse der Todesursachenstatistik vorgestellt wurden. Die Expertinnen Dr. Karin Tesching und Dr. Andrea Buschner erörterten verschiedene Aspekte, darunter die Rolle von Covid-19 und anderen Einflussfaktoren auf die Sterblichkeit in Bayern.




Ein Anstieg der Sterbefallzahlen

Im Jahr 2022 verzeichnete Bayern durchgehend höhere Sterbefallzahlen im Vergleich zu den vier Vorjahren. Dieser Anstieg wurde durch zwei Grippeepidemien im vierten Quartal 2022 und im ersten Quartal 2023 verstärkt. In den ersten beiden Jahren der Covid-19-Pandemie gab es kaum oder nur schwache Grippeepidemien. Erst ab April 2023 normalisierten sich die Sterbefallzahlen wieder auf das Niveau der Vorjahre.


Covid-19 und andere Todesursachen

Im gesamten Jahr 2022 verstarben in Bayern über 13.000 Menschen mehr als in den Vorjahren, was einem Anstieg von zehn Prozent entspricht. Im Vergleich zum Jahr 2019, dem letzten Jahr vor der Pandemie, erhöhte sich die Zahl der Verstorbenen um 14 Prozent.


Dr. Tesching, Leiterin des Fachbereichs „Bevölkerung, Kompetenzzentrum Demographie“, erklärte, dass etwa ein Drittel des Anstiegs auf das Wachstum und die Alterung der Bevölkerung zurückzuführen sei, während zwei Drittel auf Veränderungen in der Sterblichkeit zurückzuführen seien. Dies markiert einen Bruch mit dem bisherigen Trend des kontinuierlichen Rückgangs der Sterblichkeit in Bayern, der durch die Covid-19-Pandemie unterbrochen wurde.


Die Analyse der Todesursachenstatistik zeigte, dass die erhöhten Sterbefallzahlen am Ende des Jahres 2022 nicht hauptsächlich auf Covid-19 zurückzuführen waren. Stattdessen spielten Erkrankungen der Atemwege, insbesondere Grippeerkrankungen und Pneumonien, eine bedeutende Rolle. Dennoch blieb Covid-19 eine der häufigsten Todesursachen im Jahr 2022.


Häufigste Todesursachen im Jahr 2022

Die häufigsten Todesursachen im Jahr 2022 in Bayern waren chronische ischämische Herzkrankheiten, Demenz und Covid-19. Herzinfarkte, Herzinsuffizienz und Krebserkrankungen der Lunge und Bronchien belegten ebenfalls vordere Plätze in der Todesursachenstatistik. Zusammen machten Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems und Krebserkrankungen etwa 56 Prozent der Sterbefälle im Jahr 2022 aus.


Im Vergleich zu den Jahren vor der Pandemie trugen neben Covid-19 vor allem Demenzerkrankungen, äußere Ursachen wie Stürze und Suizide sowie Stoffwechselerkrankungen zur erhöhten Sterblichkeit bei. Gleichzeitig gingen die Sterbefallzahlen aufgrund von Erkrankungen des Atmungssystems, des Kreislaufsystems und bösartiger Neubildungen leicht zurück.


Die Daten verdeutlichen die vielfältigen Einflussfaktoren auf die Sterblichkeit in Bayern und zeigen, wie verschiedene Faktoren, einschließlich der Pandemie, die Sterbefallzahlen beeinflusst haben.




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