Bundesärztekammer kritisiert Regierungskommission für mangelndes Versorgungswissen

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Die Bundesärztekammer kritisiert die Empfehlungen der Regierungskommission zur Krankenhausversorgung. Sie bemängelt fehlendes Versorgungswissen und sinnlose Debatten über die ambulante Versorgung. Neue Vorschläge zur Zusammenarbeit von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern fehlen. Die Rolle der sogenannten ‚Level-Ii-Kliniken‘ wird angezweifelt und die Abschaffung der fachärztlichen Selbstständigkeit kritisiert. Die Kommission vermeidet den Dialog mit den Betroffenen und schafft Empfehlungen, die an der Realität vorbeigehen. Die Bundesärztekammer sieht keinen Nutzen in den bisherigen Stellungnahmen der Kommission. Kontaktinfo: Bundesärztekammer, Berlin, Tel. (030) 4004 56 700, presse@baek.de. Originalinhalt der Bundesärztekammer durch news aktuell übermittelt.

Die Regierungskommission zeigt Defizite in der ambulanten Versorgung

Bundesärztekammer

Berlin (ots)

Zu der 10. Empfehlung der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung erklärt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt:

„Es wird mehr und mehr zu einem Problem, dass die aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besetzte Regierungskommission Politikempfehlungen abgibt, ohne über das notwendige Versorgungswissen aus Klinik und Praxis zu verfügen. Eklatant deutlich wird dies in ihrer aktuellen Stellungnahme zur sektorenübergreifenden Versorgung.

Die Kommission wärmt mit ihren Äußerungen über die angebliche ‚doppelte Facharztschiene‘ eine Debatte der Vergangenheit auf und stellt leichtfertig die ambulante fachärztliche Versorgung in Deutschland in Frage. Worin die behauptete Ineffizienz dieser Versorgung liegen soll, lässt die Empfehlung völlig im Dunkeln.

Die Kommission verkennt, dass es schon heute zahlreiche Formen der Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und Krankenhäusern gibt. Wirklich neue Vorschläge, wie diese Zusammenarbeit erleichtert und gestärkt werden kann, sucht man in dem Papier vergeblich.

Das deutsche Gesundheitswesen braucht keine Verunsicherung der niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzte, sondern Maßnahmen zur Stärkung der fach- und der hausärztlichen Versorgung sowie der heute schon existierenden sektorenverbindenden Organisationsstrukturen.

Die sogenannten ‚Level-Ii-Kliniken‘ werden die zentrale Rolle für die Versorgung, die die Kommission ihnen zudenkt, nicht übernehmen können. Einrichtungen unter pflegerischer Leitung ohne Notfallambulanz, in denen nachts kein Arzt anwesend ist, sind im Grunde keine Krankenhäuser und können die stationäre Grundversorgung nicht sicherstellen.

Es ist bedauerlich, dass die Kommission auch mit dieser Empfehlung bei ihrer Linie bleibt, den Dialog mit denjenigen zu vermeiden, die für die Versorgung im ambulanten wie stationären Bereich stehen. Das führt zu Empfehlungen, die an der Versorgungsrealität total vorbeigehen.

Die Abschaffung der wirtschaftlich selbstständigen fachärztlichen Tätigkeit würde einen massiven Paradigmenwechsel weg von einem individualisierten Arzt-Patienten-Verhältnis hin zu staatlich organisierten Strukturen bedeuten. Im Spannungsfeld solcher politischen Diskussionen wird die Bereitschaft junger Ärztinnen und Ärzte, in die wirtschaftlich unabhängige Selbstständigkeit zu gehen, sicher nicht gefördert.

Insgesamt ergeben die bisherigen Stellungnahmen der Regierungskommission leider kein stimmiges Gesamtbild.“

Pressekontakt:

Bundesärztekammer
Dezernat Politik und Kommunikation
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin
Tel.: (030) 4004 56 700
Fax: (030) 4004 56 707
E-Mail: presse@baek.de

Original-Content von: Bundesärztekammer, übermittelt durch news aktuell

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