Zirkus Krone in Kempten: Ein Blick hinter die Kulissen | AllgäuHIT

“Ein Blick hinter die Kulissen des Zirkus Krone in Kempten”

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Der Cirque Krone ist nach sieben Jahren wieder in Kempten und zeigt sein Programm. Der Tourplaner, Harald Ortlepp, spricht im Interview mit AllgäuKompass über den Aufbau des Zeltes, das Platzangebot und den Transport der Ausrüstung. Das Zelt des Zirkus Krone bietet Platz für bis zu 2.400 Gäste. Etwa 150 Mitarbeiter sind während der Tournee dabei, davon sind aber nur ein Bruchteil Künstler. Die Tiere sind die “wirklichen Stars” des Zirkus Krone und werden von vielen fleißigen Händen gepflegt. Das neue Programm enthält eine Löwendressur und verschiedene Darbietungen mit Pferden.

Zuletzt öffnete der Zirkus Krone 2016 seine Türen für zirkusbegeisterte Zuschauer in Kempten. Coronabedingt mussten aber weitere Auftritte bisher immer verschoben werden. Nun ist nach sieben Jahren der Zirkus wieder Gast in Kempen und zeigt sein Programm. Harald Ortlepp, der Tourneeplaner des Zirkus Krone, hat mit AllgäuKompass im Gespräch einen Blick hinter die Kulissen geworfen.



AllgäuKompass: Der Zirkus Krone reist mit einem riesigen Zelt an. Wie lange dauert denn der Aufbau?


Harald Ortlepp: Die Jungs stellten am Freitag die Hauptmasten und schlugen die Erdverankerungen ein. Und natürlich wurde unser Pferdestall direkt aufgestellt, damit die Tiere direkt vom Transporter wieder in ihr Stallzelt können. Heute kommt quasi der große Tross dann nach Kempten, der Zirkus spielte bisher noch in Tuttlingen. Dann geht heute die Zeltplane hoch und die Inneneinrichtung kommt rein. Danach kommen die Scheinwerfer, die Tonlage und so weiter. Wir würden das auch alles an einem Tag schaffen, aber wir versuchen, es immer ein bisschen aufzusplitten.


AllgäuKompass: Wie viel Gäste haben dann Platz, wenn das Zelt steht?


Harald Ortlepp: Also bis maximal Zweitausendvierhundert passen immer noch das Zelt rein. Wir haben das aufgrund der neuen Show, die eine riesige Palast-Kulisse hinten hat, ein bisschen reduzieren müssen, eigentlich passen sogar noch mehr Leute in unser Zelt.


AllgäuKompass: Also ein echt großes Zelt. Wie viele Transportmittel braucht man, um es von einem Spielort zum nächsten zu bringen?


Harald Ortlepp: Also wir sind immer noch mit weit über 100 Lkw-Zügen unterwegs. Das sind 25 Zugmaschinen, die 4- bis 5-mal pendeln zwischen den Städten. Das ist natürlich auch in der heutigen Zeit auch für uns eine Hausnummer, sowohl logistisch gesehen als auch kostenmäßig. Man darf nämlich dabei nicht vergessen, dass Autofahren im Moment gerade nicht wirklich günstig ist – große Autos fahren schon gleich gar nicht.


AllgäuKompass: Ihr bringt ein ganz neues Programm mit nach Kempten. Was erwartet die Gäste? Gibt es neben Akrobatik auch Vorstellungen mit Tieren?


Harald Ortlepp: Selbstverständlich, wir sind der Zirkus Krone und unsere wirklichen Stars sind unsere Tiere. Es sind aber weniger als früher. Aber natürlich ist der Maßstab des Zirkus Krone dabei. Es gibt also alle Rassenpferde. Frau Lacey-Krone führt die Show zurzeit nicht selber vor, weil sie ja nochmal ein Baby erwartet. Aber da ist jemand da, der das ganz toll macht und die Show großartig führt. Und natürlich haben wir Martin Lacey mit seiner weltweit einzigartigen Löwendressur. Das ist natürlich, was es so woanders nicht gibt und wahrscheinlich auch nicht wieder gegeben wird. Das muss man sich also einfach angucken.


AllgäuKompass: Zirkus Krone ist ja ein ganz großes Unternehmen. Wie viele Menschen sind da immer mit dabei?


Harald Ortlepp: Also ich sag’ mal so, wir sind alles in allem immer noch weit über 200 Menschen im Unternehmen. Jetzt auf Tournee sind ungefähr 150 dabei. Wobei man eben immer nur einen Bruchteil davon als Besucher nachher sieht – also unsere Künstler, unsere Stars. Aber im Background sind viele, viele fleißige Hände erforderlich, um all das möglich machen zu können.


AllgäuKompass: Wie viele Tiere habt ihr dann dabei für eure Darbietungen?


Harald Ortlepp: Na ja, also es sind ja immer unterschiedliche Darbietungen. Bei denen mit den Löwen sind immer alle Tiere dabei. Bei den Pferden haben wir verschiedene Gruppen, die wir zusammenstellen können. Da sind also mal 6 Tiere, mal sind es 12. Ich glaube, in diesem Jahr sind es 12 gleichzeitig. Aber auch davon gibt es verschiedene Darbietungen, weil natürlich auch alle Tiere, die dabei sind, ihre Bewegungen kriegen müssen. Und dann wird es eben, wie es für die Shows passt, jeweils neu zusammengestellt.


AllgäuKompass: Die Elefanten, die ihr früher in der Show hattet, sind nicht mehr dabei?


Harald Ortlepp: Nein, die sind in diesem Jahr nicht dabei. Das liegt daran, dass unsere Elefantendamen ja nun auch schon ein gehobenes Alter haben – die sind alle weit über 40, zum Teil über 50. Es gibt einen Park in Spanien, wo die Elefanten im Moment untergebracht sind. Unser Nashorn hat uns vor ein paar Jahren altersmäßig verlassen, das ist umgerechnet stolze 80 Menschen-Jahre alt geworden. Es ist ja generell so, dass unsere Tiere sehr viel älter werden als die Tiere in freier Wildbahn, weil sie eben hier von früh bis morgen umhegt und gepflegt werden – worauf wir auch sehr stolz sind.



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Der “Allgäu Kompass” ist eine umfassende und informative Publikation, die sich auf die Region Allgäu in Deutschland konzentriert. Als Autor des “Allgäu Kompass” ist es meine Aufgabe, den Lesern aktuelle und relevante Neuigkeiten aus dem Allgäu zu liefern.

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