Fachkräftemangel im Ostallgäu verschärft sich: Überstunden-Alarm

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Im Landkreis Ostallgäu haben die Arbeitnehmer vergangenes Jahr rund 1,02 Millionen Überstunden geleistet, davon waren 646.000 unbezahlt. Besonders in der Hotellerie und Gastronomie wurden viele Überstunden verzeichnet. Diese Zahlen weisen auf einen deutlichen Fachkräftemangel hin. Aufgrund unbezahlter Mehrarbeit haben die Beschäftigten den Unternehmen im Landkreis Ostallgäu rund 9,3 Millionen Euro „geschenkt“. Die NGG Allgäu fordert attraktive Löhne als Maßnahme gegen den Fachkräftemangel und schlägt ein Startgehalt von 3.000 Euro pro Monat für Köche und Restaurantfachleute nach der Ausbildung vor. Die Gastgewerbe-Branche im Landkreis Ostallgäu leidet unter einem Mangel an Fachkräften und einem Anstieg von Mini-Jobs. Der Fachkräftemangel und faire Löhne sind auch zentrale Themen auf dem Gewerkschaftstag der NGG im November mit Bundeskanzler Olaf Scholz.

Donnerstag, 2. November 2023

Im Landkreis Ostallgäu haben die Arbeitnehmer im vergangenen Jahr beträchtliche Überstunden geleistet, wie der „Überstunden-Monitor“ des Pestel-Instituts im Auftrag der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zeigt. Insgesamt wurden rund 1,02 Millionen Überstunden verzeichnet, wovon 646.000 Stunden unbezahlt waren. Diese Zahlen weisen auf einen erheblichen Fachkräftemangel hin.




Besonders bedeutend ist, dass die Arbeitnehmer den Unternehmen im Landkreis Ostallgäu durch diese unbezahlte Mehrarbeit rund 9,3 Millionen Euro „geschenkt“ haben, wenn man die Berechnung auf Basis des Mindestlohns durchführt, wie Claudia Weixler von der NGG Allgäu betont. Diese Überstunden sind ein deutlicher Hinweis auf den aktuellen Fachkräftemangel in der Region.


Vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe wurden viele Überstunden verzeichnet. Im Landkreis Ostallgäu leisteten die Beschäftigten allein in dieser Branche rund 46.000 Überstunden, von denen 19.000 unbezahlt waren. Die Corona-Pandemie hat das Problem des Fachkräftemangels in der Branche weiter verschärft.


Die NGG warnt davor, auf „Goodwill-Überstunden“ der Beschäftigten zu setzen, und betont die Notwendigkeit attraktiver Löhne, um das Fachkräfte-Defizit zu beheben. Ein möglicher Zielwert ist ein Startgehalt von 3.000 Euro pro Monat für Köche und Restaurantfachleute nach ihrer Ausbildung in Vollzeitbeschäftigung. Um junge Menschen für eine Ausbildung in der Gastronomie zu gewinnen, muss die Branche dieses Lohnziel schrittweise erreichen.


Die Gastgewerbe-Branche hat derzeit einen Fachkräftemangel und einen Anstieg von Minijobs zu verzeichnen. In Bereichen wie der Küche, dem Service, an der Hotelrezeption und an der Bar versucht die Branche immer öfter, fehlende Fachkräfte durch ungelernte Arbeitskräfte zu ersetzen. Mittlerweile sind 44 Prozent der Beschäftigten im Gastgewerbe im Landkreis Ostallgäu Minijobber.


Der Fachkräftemangel und faire Löhne in der Gastronomie, dem Lebensmittelhandwerk und der Ernährungsindustrie werden ebenfalls ein zentrales Thema auf dem Gewerkschaftstag der NGG im November sein, zu dem auch Bundeskanzler Olaf Scholz erwartet wird.


 




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