Lebensgefährliche Schleusung: Auto verunglückt bei Lindau

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Am Freitagabend hat sich an der Anschlussstelle Lindau ein mit sieben türkischen Insassen überbesetztes Auto verunfallt. Sechs der Migranten waren zuvor von einem Schleuser nahe Rosenheim abgesetzt worden und sollten nun in die Schweiz gebracht werden. Die Bundespolizei ermittelt gegen den Fahrer und Beifahrer wegen Schleusungsdelikten. Eine Polizeistreife wollte den Wagen kontrollieren, doch der Fahrer flüchtete und verlor die Kontrolle über das Fahrzeug, das sich überschlug. Alle Insassen wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Bis auf den Fahrer wurden sie jedoch bereits entlassen. Die Bundespolizei ermittelt gegen den Fahrer und Beifahrer wegen Schleusungsdelikten.

Sonntag, 5. November 2023

Am Freitagabend ist an der Anschlussstelle Lindau (BAB 96) ein mit sieben türkischen Insassen überbesetztes Auto verunfallt. Ersten Ermittlungen zufolge waren sechs der Migranten zuvor von einem Schleuser nahe Rosenheim abgesetzt worden und sollten nun in die Schweiz gebracht werden. Die Bundespolizei ermittelt gegen den Fahrer und Beifahrer wegen Schleusungsdelikten.




Gegen 22:00 Uhr hatte eine zivile Streife des Zolls versucht, einen in Richtung Österreich fahrenden Pkw mit schweizerischer Zulassung aus dem fließenden Verkehr zum Kontrollplatz an der Anschlussstelle Sigmarszell abzuleiten. Anschließend sollte mit den Beamten der Grenzpolizei Lindau eine Personen- und Fahrzeugkontrolle durchgeführt werden.


Der Fahrer des Audis beachtete zunächst das Folgesignal des Dienstwagens, fuhr aber nicht in die Abfahrt, sondern beschleunigte stark und fuhr mit sehr hoher Geschwindigkeit davon. Erst kurze Zeit später fanden die Polizei- und Zollkräfte in der Autobahnausfahrt Lindau das Fluchtfahrzeug auf dem Dach liegend vor. Offensichtlich hatte der Fahrer aufgrund der überhöhten Geschwindigkeit in der Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Das Auto prallte in die Leitplanke und überschlug sich. Eine Verfolgungsfahrt durch die Beamten hatte nicht stattgefunden.


Die Zoll- und Grenzpolizeibeamten leisteten sofort erste Hilfe und sperrten den Unfallort ab. Eine hinzugekommene Bundespolizeistreife unterstützte die Maßnahmen vor Ort. Die Polizeiinspektion Lindau übernahm schließlich die Unfallaufnahme.


In dem für nur fünf Insassen zugelassenen Fahrzeug befanden sich sieben Personen, die alle in umliegende Krankenhäuser gebracht und dort behandelt wurden. Bis auf den Fahrer wurden bereits alle Insassen aus den Krankenhäusern entlassen.


Bei dem Fahrzeuglenker handelte es sich um einen 37-jährigen türkischen Staatsangehörigen, der in der Schweiz, Kanton St. Gallen, wohnhaft und Halter des Unfallwagens ist.


Wie sich herausstellte, handelte es sich bei den sechs Mitfahrern um türkische Migranten. Ein 33-jähriger Mann, seine 28-jährige Frau und die drei gemeinsamen Kinder, drei, sechs und neun Jahre alt, sowie ein 26-Jähriger führten ausschließlich türkische Ausweise mit sich. Ersten Ermittlungen zufolge waren die sechs türkischen Mitfahrer am Freitagnachmittag durch einen bisher unbekannten Schleuser mit zehn weiteren Migranten in einem Transporter unerlaubt nach Deutschland befördert worden. Der 26-Jährige hatte die Abholung durch den späteren Unfallfahrer organisiert. In der Nähe von Rosenheim holte dieser dann die sechsköpfige Personengruppe ab, um sie in die Schweiz zu bringen.


Die Bundespolizei ermittelt nun unter Leitung der Staatsanwaltschaft Kempten gegen den Fahrer sowie den Beifahrer wegen Schleusungsdelikten. Bis auf den 37-jährigen Fluchtfahrer erhielten alle Insassen Anzeigen wegen unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthaltes. Über den Verbleib der Personen wird zeitnah entschieden werden.




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