Nach Vorfall in Tirol: Laufen Bergbahnen im Allgäu bei Gewitter?

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Während eines Unwetters blieb eine Seilbahn im Stubaital aufgrund eines technischen Defekts stehen und etwa 40 Personen saßen in den Gondeln fest. Die Rettung der Insassen dauerte mehrere Stunden, aber niemand wurde verletzt. Die Allgäuer Bergbahnen schalten wegen aufziehender Gewitter frühzeitig ab und lassen die Gondeln evakuieren. Die Anlage in Bolsterlang wurde am Dienstag für 10 Minuten eingestellt. Wenn das Wetter zu schlecht ist, fährt die Bahn gar nicht. Die Betreiber haben klare Verfahren für die Evakuierung von Passagieren. In Osttirol mussten ebenfalls Menschen in einer Seilbahn aufgrund eines technischen Defekts gerettet werden. Eine Person wurde dabei leicht am Fuß verletzt.

Dramatische Rettungsaktion im Tiroler Stubaital am Dienstag: Während eines Unwetters stand eine Seilbahn in Folge eines technischen Defekts still – rund 40 Menschen saßen über mehrere Stunden in den Gondeln fest, die von den Sturmböen kräftig durchgeschüttelt wurden. Verletzt wurde niemand. Doch wie gehen die Allgäuer Bergbahnen bei aufziehendem Gewitter vor? 



„Wir schalten lieber zu früh ab als zu spät“, sagt Martin Fahr, Geschäftsführer der Hörnerbahn in Bolsterlang. Die Betriebsleiter der Bahn studieren täglich die Wetterberichte und schätzen die Wettersituation an der Hörnerbahn ein. „Wenn ein Gewitter kommt, fahren wir die Anlage so schnell wie möglich leer“, erklärt Fahr. Das bedeutet, die Zugänge werden gesperrt und die Insassen der Gondeln müssen an den Stationen aussteigen. Sobald alle Gondeln leer sind, werden die Blitzschutzstangen aufgestellt und der Strom abgeschaltet. Nach dem Gewitter nimmt die Bahn den Betrieb wieder auf.


Auch am Dienstag wurde in Bolsterlang der Fahrbetrieb für 10 Minuten eingestellt. An manchen Tagen, wenn absehbar ist, dass das Wetter zu schlecht wird, fährt die Bahn gar nicht. „Die Gäste haben dafür meistens Verständnis, wenn man ihnen erklärt, dass es bei Gewitter zu gefährlich ist!“, sagt Martin Fahr. Messanlagen an der Bahn messen zusätzlich die Windgeschwindigkeiten. Bei starkem Wind regelt die Anlage sich dann automatisch. 


Und was passiert, wenn die Anlage doch einmal stehen bleibt? „Dann haben wir klare Vorgehensweisen, was die Bergung der Passagiere angeht“, erklärt Fahr. 


Ein Unglücksfall ist selbstverständlich nie ausgeschlossen. Aber Martin Fahr vertraut auf seine Mitarbeiter und auf die Anlage selbst: Die Gondeln hängen seit 38 Jahren und es ist noch nie etwas passiert.


Dramatische Szenen in Osttirol


Schlimme Stunden mussten rund 40 Menschen am Dienstag im Stubaital und in der Zillertal Arena erleben. Am Nachmittag standen die Gondeln in den beiden beliebten Wandergebieten aufgrund eines technischen Defekts still, wie krone.at berichtet. 


Aufgrund des starken Gewitters mit Sturmböen dauerte die Rettung der Insassen im Stubaital mehrere Stunden. Wie die Polizei mitteilte, dauerte der Einsatz bis gegen 20:20 Uhr. Die Geretteten wurden vom Roten Kreuz notversorgt und verpflegt. Eine Gondel im Stubaital stürzte laut Polizeiangaben sogar ab, sie war jedoch glücklicherweise unbesetzt. 


Niemand wurde verletzt, aber die Menschen in den Gondeln hatten große Angst. Die Krone hat mit einem der Passagiere gesprochen. Er saß mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in einer Gondel fest: „Wir haben das Unwetter von hier aus hautnah miterlebt. Das war wahrlich kein Spaß. Es hat uns gefühlt einen Meter nach links und nach rechts herumgeschleudert. Das war extrem beängstigend.“


Ein weiteres Unglück ereignete sich gegen 15 Uhr bei einer Seilbahn in Serfaus in Tirol. Aufgrund von heftigen Gewittern mit Sturmböen streifte ein umstürzender Baum eine besetzte Gondel und brachte sie zum Schaukeln. Dabei verletzte sich eine 31-jährige Frau in der Gondel am Fuß.



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