Sechs Menschen verletzt: Unwetter trifft Lindauer Campingplatz | AllgäuHIT

Sechs Menschen verletzt: Gewitter trifft Campingplatz in Lindau

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Am Abend des 24. August gab es schwere Unwetter im Landkreis Lindau. Besonders betroffen war das Stadtgebiet Lindau und der Campingplatz in Zech. Eine Person wurde dort von einem umgestürzten Baum eingeklemmt und fünf weitere wurden verletzt. Der Campingplatz wurde evakuiert und die evakuierten Personen wurden in der Inselhalle untergebracht. Feuerwehr, Polizei und THW waren im Einsatz und das THW Lindenberg half beim Aufstellen von Feldbetten. Die Hilfsorganisationen kümmerten sich auch um die Versorgung der Evakuierten. Am Freitagvormittag fand eine Begehung des Campingplatzes statt und es wurden Schäden festgestellt. Der Campingplatz soll ab Montag wieder normal laufen.
Am späteren Abend des 24. August zog eine große Unwetterfront über den gesamten Landkreis Lindau (Bodensee). Besonders betroffen war mit rund 100 Einsätzen das Stadtgebiet Lindau und hier insbesondere der Campingplatz in Zech.

Gegen 21.26 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle in Kempten ein Notruf ein, dass auf dem Campingplatz eine Person aufgrund eines umgestürzten Baumes eingeklemmt sei. Eintreffende Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst stellten fest, dass fünf weitere Personen verletzt und aufgrund des Sturms eine große Anzahl von Bäumen und Ästen PKWs und Campingfahrzeuge beschädigt oder zerstört hatten. Aufgrund der Größe des Einsatzes wurde Landrat Elmar Stegmann als Leiter der Katastrophenschutzbehörde alarmiert, der eine Führungsgruppe im Landratsamt eingerichtet hat. „Meine Gedanken sind bei den sechs Menschen, die leichte bis mittelschwere Verletzungen erlitten haben und in nahegelegene Krankenhäuser gebracht wurden. Ihnen wünsche ich eine gute und schnelle Genesung“, so der Landrat.

Aufgrund der akuten Gefahrenlage vor Ort – es war davon auszugehen, dass der Sturm weitere Äste und auch ganze Bäume beschädigt hat, die im Verlauf ebenfalls abstürzen und Schaden anrichten könnten – wurde der komplette Campingplatz sofort evakuiert. Zu dem Zeitpunkt waren dort 864 Urlauber gemeldet, darunter viele junge Familien mit Kindern. Die Lindau Tourismus GmbH als Betreiber des Campingplatzes hatte kurzerhand die Inselhalle als Notunterkunft zur Verfügung gestellt, die Regionalbus Augsburg GmbH hat die Menschen mit ihren Bussen dorthin gebracht. Erschwert wurde der Einsatz, da zeitweise Hauptverkehrswege aufgrund umgestürzter Bäume nicht befahrbar waren, wie beispielsweise die Bregenzer Straße auf Höhe der Firma Cooper Standard. Die Evakuierung verlief trotzdem ruhig und gegen 1.45 Uhr waren die evakuierten Menschen in der Inselhalle angekommen.

Während im Stadtgebiet alle verfügbaren Kräfte von Feuerwehr und THW Lindau im Einsatz waren, wurde über Landrat Elmar Stegmann das THW Lindenberg alarmiert für den Aufbau von Feldbetten in der Inselhalle. 450 Betten hatte das Landratsamt im eigenen Bestand, 150 Betten das Bayerische Rote Kreuz und weitere 108 Betten wurden aus dem Bodenseekreis angeliefert. Noch fehlende Decken konnte das Bayerische Rote Kreuz über die Stadt Wangen organisieren. Das Bayerische Rote Kreuz kümmerte sich außerdem um die Registrierung und Verpflegung der Menschen in der Inselhalle – unbürokratisch und schnell unterstützt vom Obsthof Nüberlin und der LIDL-Filiale in Lindau, die beide noch in der Nacht Lebensmittel zur Verfügung gestellt haben.

„Die Hilfsbereitschaft und Entschlossenheit unserer ehrenamtlichen Einsatzkräfte von Feuerwehr, BRK und THW ist wahrlich beeindruckend. Als Augenzeuge in dieser Nacht war ich tief berührt von der Schlagkraft unserer Hilfsorganisationen. Gemeinsam haben sie Evakuierungen durchgeführt, Verletzte versorgt, Menschen in Sicherheit gebracht und vielseitige Unterstützung geleistet. Mein aufrichtiger Dank für dieses herausragende Engagement“, so Landrat Elmar Stegmann. „Ein besonderer Dank gebührt auch den Beamtinnen und Beamten der Landespolizei, Grenzpolizei, Bundespolizei und den Kräften aus dem benachbarten Baden-Württemberg. In Zeiten des Unglücks können sich die Menschen im Landkreis Lindau auf effiziente Blaulichtorganisationen verlassen – sowohl im Hauptamt als auch im Ehrenamt.“ Da auch viele Kinder in der Inselhalle waren, hat das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West eine 9-köpfige Betreuungsgruppe vor Ort eingerichtet, die sich um die jungen Familien kümmert. Zur Unterstützung waren am folgenden Morgen auch Mitarbeiter des Jugendamtes vor Ort.

Ebenfalls am Freitagmorgen fand durch die Garten- und Tiefbaubetriebe (GTL) der Stadt Lindau und weitere Experten eine Begehung des Campingplatzes statt. „Es geht eine Schneise der Verwüstung mittig durch den Campingplatz“, so Michael Jeschke, Leiter der Polizeiinspektion Lindau, der ebenfalls seit gestern Abend im Einsatz ist. „Von den insgesamt 268 Parzellen des Platzes sind 44 so stark betroffen, dass diese aktuell nach wie vor nicht zugänglich sind.“ Die anderen Gäste wurden bereits informiert, dass sie nun nach und nach zurück auf den Campingplatz können.

„Unsere Gäste können entscheiden, ob sie abreisen oder ihren Urlaub fortsetzen möchten“, so Carsten Holz, Geschäftsführer der Lindau Tourismus und Kongress GmbH (LTK), die den Campingplatz betreibt. „Wir bitten anreisende Gäste, sich heute nicht auf den Weg zum Campingplatz zu machen. Wir werden sie zum weiteren Vorgehen persönlich kontaktieren.“ Derzeit geht der Campingplatz-Betreiber davon aus, dass der Betrieb ab Montag wieder normal laufen werde. Am Wochenende stehen noch Aufräumarbeiten an.

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Der “Allgäu Kompass” ist eine umfassende und informative Publikation, die sich auf die Region Allgäu in Deutschland konzentriert. Als Autor des “Allgäu Kompass” ist es meine Aufgabe, den Lesern aktuelle und relevante Neuigkeiten aus dem Allgäu zu liefern.

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